Auerhammer
Die Stärke des Erzgebirges besteht seit jeher aus Menschen, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft tragen, Traditionen bewahren und zugleich Neues schaffen. Menschen, die auch unter schwierigen Bedingungen Zukunft gestalten und mit ihrem Handeln dazu beitragen, dass aus einzelnen Orten eine Region mit Zusammenhalt entsteht.
Viele derjenigen, die Vereine erhalten, Kultur ermöglichen, Unternehmen aufbauen, pflegen, ausbilden, organisieren oder sich ehrenamtlich engagieren, treten selten laut auf. Gerade diese oft stillen Kräfte prägen das gesellschaftliche Fundament der Region. Sie sorgen dafür, dass Gemeinschaft nicht nur ein Gedanke bleibt, sondern im Alltag gelebt wird.
Das Erzgebirge war historisch nie ein abgeschlossener Raum. Bergbau, Handwerk, Industrie, Wissen, Kultur und Traditionen entstanden hier durch Austausch, durch Wandel und Erfindungsgeist und durch Verbindungen, oft über Grenzen hinweg. Tradition bedeutet deshalb auch, Herkunft und Zukunft miteinander zu verbinden und gewachsene Strukturen weiterzutragen.
Eine lebenswerte Region entsteht durch Zusammenhalt, durch Perspektiven und Offenheit, durch wirtschaftliche Stabilität und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Dazu gehört das Bewahren von Traditionen ebenso wie Innovation, Handwerk ebenso wie Bildung, Heimatverbundenheit ebenso wie Weltoffenheit. Das Erzgebirge war schon immer ein Ort, wo Innovation eine der größten Fähigkeiten war.
Das Herrenhaus Auerhammer steht dabei für einen Ort, an dem Geschichte und Gegenwart zusammenkommen. Menschen haben hier in Auerhammer über Generationen hinweg Spuren hinterlassen. Sie haben Neues geschaffen, Außergewöhnliches geleistet, aber auch Traditionen bewahrt und sie haben so die Entwicklung der Region nachhaltig geprägt. Heute sind es erneut die Menschen vor Ort, die Menschen vom Verein, die Verantwortung übernehmen, erhalten, organisieren und weiterdenken, damit dieser Ort lebendig bleibt und Zukunft haben kann.
In Wildbach habt ihr gezeigt, wie groß ein Schwarm werden kann, wenn viele kleine Taten zusammenkommen. Genau davon lebt auch das Erzgebirge. Von Menschen, die anpacken, die sich kümmern, Verantwortung übernehmen und oft so sehr in ihrem Tun eingebunden sind, dass kaum Raum bleibt, laut darauf aufmerksam zu machen.
Vielleicht liegt auch gerade darin etwas typisch Erzgebirgisches. Dass viele von denen, die am meisten für Gemeinschaft tun, leise bleiben. Aus Bescheidenheit, aus Zurückhaltung oder vielleicht auch weil einfach jeden Tag mehr als genug zu tun ist.
Doch genau diese Menschen tragen dazu bei, dass ein echtes „Wir“ entstehen kann. Lasst uns auf die schauen, die oft im Hintergrund wirken. Denn gerade sie prägen das Erzgebirge. Wie ein großer Schwarm aus vielen einzelnen Bewegungen, die gemeinsam sichtbar machen, was Gemeinschaft tragen kann. Mehr zu Auerhammer, seinen Menschen und der Geschichte bald…
Anett Schuster, Mai 2026
Im Rahmen von 500 Jahre Auerhammer wird eine neue Klöppeltaube der Künstlerin Anett Schuster am Herrenhaus Auerhammer gezeigt. Die Arbeit ist die Weiterführung ihres Projektes, welches im letzten Jahr in Wildbach mit einer XXL-Version und unzähligen kleinen Tauben begann und nun von ihr in eine transportable Form überführt wurde, die für unterschiedliche Orte und Anlässe einsetzbar ist. Die Klöppeltaube verbindet traditionelle Techniken mit zeitgenössischer künstlerischer Form und setzt sich mit Fragen von Gemeinschaft, Bewegung und regionaler Identität auseinander.
Die Chemnitzer Künstlerin stammt gebürtig aus Schlema und wuchs als ehemaliges Wismutkind teilweise in Lößnitz auf. Diese biografischen Stationen prägen ihre künstlerische Perspektive ebenso wie ihr Interesse an der Region mit ihrer industriellen und kulturellen Geschichte.
Die Präsentation im Rahmen der 500-Jahr-Feier Auerhammer am Giebel des Herrenhauses ist für die Künstlerin von besonderer Bedeutung. Sie freut sich sehr, den Verein und ihre Geburtstadt Aue-Bad Schlema auf diese Weise unterstützen zu können und mit ihrer Arbeit einen Beitrag zum Jubiläumsjahr zu leisten. Die Taube wird bis Anfang September zu sehen sein, bevor sie danach weiterziehen wird.