Flatterei - Wenn Kunst Hoffnung trägt

Während der Sanierung des Kirchturms der Wildbacher Kirche entstand mit der „Flatterei“ am Außengerüst ein großformatiges geklöppeltes Textilkunstwerk der Motiv- und Ideengeberin – der Chemnitzer Künstlerin und Anett Schuster: Eine Friedenstaube als Symbol für Frieden, Begegnung, Hoffnung und das, was uns alle verbindet. Gefertigt auf eine Art, dem Klöppeln, die einerseits vom kulturellen Erbe des Erzgebirges erzählt aber auch einer Kunst, die vor Jahrhunderten ins Erzgebirge kam und gleichzeitig noch heute weit über Ländergrenzen hinaus gelebt und geliebt wird. 

Schwärmerei - Kunst, die verbindet

Die Friedenstaube am Außengerüst war jedoch mehr als ein Symbol. Sie war auch Impulsgeber, gemeinsam etwas zu schaffen mit dem, was uns verbindet: Handwerk und Handarbeit als gemeinsame Sprache und gemeinsam darüber ein starkes Symbol für Frieden zu setzen. Darum entwickelten wir – Annett Beier aus Wildbach und Anett Schuster aus Chemnitz – passend zur Flatterei ein Begleitprogramm: Die Schwärmerei.

Auch der Innenraum der Kirche sollte gefüllt werden und alle, die mitmachen mochten, waren herzlich eingeladen:

Ob einzeln oder im Verein, ob in Wildbach, dem Erzgebirge oder weit darüber hinaus – es sollten so viele kleine (und leichte) Friedenstauben wie möglich entstehen und so ein kraftvolles Zeichen für Frieden und die Verbundenheit und den Austausch setzen. 

Wie die Tauben gestaltet wurden, blieb ganz der Kreativität überlassen. Natürlich freuten wir uns über viele geklöppelte Tauben. Da aber nicht jede/r diese Kunst beherrscht, war der Fantasie keine Grenze gesetzt. Ob gestrickt, gehäkelt, aus Papier, Garn, Stoff. Als Origami-Taube, geklebt oder gerupft. Ob in traditioneller Technik oder freier Interpretation: Jede kleine und leichte Friedenstaube war willkommen. 

Die entstandenen Werke wurden im Kirchenraum zu einem eindrucksvollen Schwarm vereint – als sichtbares Zeichen einer Gemeinschaft, die sich über Grenzen, Generationen und Sprachen hinweg für den Frieden verbindet. 

Weit über 1000 Täubchen fanden ihren Weg nach Wildbach. Wir waren überwältigt von dieser unglaublichen großartigen Beteiligung. 

WANN? 

Im Außenbereich wurde vom 08. August bis 18. Oktober 2025 geflattert, geschwärmt Stück für Stück im Innenraum der Kirche ab Pfingsten 2025.

Das Begleitprogramm in der Kirche wurde vollständig ehrenamtlich getragen.

+ mehr Bilder: http://instagram.com/schwaermerei2025 +

Unser Dank gilt allen, die dieses Projekt begleitet, unterstützt und zu dem gemacht haben, was es war.  Wir danken euch für euer Mitmachen, die Gespräche, die Momente, das Vertrauen und die Offenheit. Allen Täubcheneltern für jedes einzelne Täubchen, dem Heimatverein für die unermüdliche Arbeit beim Hängen, der Dorfgemeinschaft Wildbach, der GEDOK Mitteldeutschland e.V. für die Unterstützung, allen glänzenden Augen. Für die vielen stillen ebenso wie die intensiven Begegnungen. Das Projekt hat gezeigt, wie viel Resonanz entstehen kann, wenn Menschen sich auf einen gemeinsamen Gedanken einlassen. Es hat auch gezeigt, dass es keinen Frieden um jeden Preis geben kann, wenn bewusst Grenzen überschritten oder Machtverhältnisse reproduziert werden, sei es geschlechtsspezifisch oder institutionell geprägt. All die Erfahrungen, die wir teilen konnten, bleiben wertvoll und lebendig. Lasst uns diese Energie weitertragen. Seid auch dabei weiter ein Täubchen im Schwarm. Auch Kleines kann im Schwarm großartig werden. 

Der Schwarm im Kirchenhimmel soll nun bis Mai 2026 hängen bleiben. Gemäß den Fördermittelvoraussetzungen ging das Eigentum der großen Taube an die Kirche über, die Nachnutzung obliegt dieser unter Beachtung die gesetzlichen Urheberrechte. Im Sinne des Projektgedankens und des Fördermittelantrages ist der kostenfreie Verleih ausdrücklich freigegeben als Nutzungsrecht.

Darüber hinausgehende Nutzungen, besonders die von der Kirche angestrebte Vermietung, zählt zu kommerziellen Nutzungen und bedarf ausdrücklich meiner Zustimmung und muss zudem von der Kirche mit den Fördermittelrichtlinien geklärt werden. Eine vorgelegte Vereinbarung war meinerseits bei Verleih gegen Gebühr nicht an eine finanzielle Beteiligung gebunden, sondern ausschließlich an eine Prüfung und Zustimmung in jedem Einzelfall, in dem die Kirche die Taube gegen Entgelt verleihen möchte und der Voraussetzung,  dass die Gelder für die Kirche oder Projekte im Projektgedanken verwendet werden. Eine pauschale Freigabe für kommerzielle Nutzungen der Friedenstaube  kann es nicht geben. Die Pfarrerin hat diese Vereinbarung nicht angenommen. Ob und wann die große Taube wieder öffentlich gezeigt wird, ist daher ungewiss. Mittlerweile entstand eine kleinere und leichtere Taube unabhängig der Kirche, die auf Reisen gehen und Impulse setzen kann. 

Die Idee des Schwarmes darf und soll von anderen aufgegriffen werden und gemeinsam weitergetragen werden. Schwärmt, flattert, macht eigene Täubchen und Projekte – gemeinsam, für alle. Es ist heute wichtiger denn je. Wir wissen bereits von einem Projekt in Thüringen, das dieses Jahr wohl umgesetzt werden soll.  Habt ihr Fragen, wie man einen Schwarm technisch umsetzen kann, meldet euch gern. . 

Der Klöppelbrief ist urheberrechtlich geschützt und bleibt weiterhin in der Umsetzung bis maximal DIN A4 frei zur nicht-kommerziellen Nutzung. Er darf geteilt, genutzt und weitergegeben werden, solange dies im Projektgedanken geschieht. Eine parteipolitische, parteiliche oder weltanschaulich instrumentalisierende Nutzung ist ausgeschlossen. Kommerzielle Nutzungen – auch auf Spendenbasis – bitte zukünftig vorab absprechen.  

Die Herstellung der großen Taube konnte teilfinanziert werden durch LEADER Westerzgebirge und einen Eigenanteil der Kirche. Das Begleitprogramm SCHWÄRMEREI  wurde vollständig ehrenamtlich durchgeführt. Alle Kosten darin wurden von uns selbst getragen.

 Idee eines Kunstprojektes am Kirchturm als Mehrwert für eine Fördermöglichkeit zur Kirchturmsanierung: Annett Beier

 Idee & Durchführung der Klöppeltaube und des Friedenstaubenthemas als Begleitprogramm: Anett Schuster. 

Entwicklung & Durchführung Begleitprogramm Schwärmerei: Annett Beier & Anett Schuster. 

Die Kirchgemeinde ermöglichte den Zugang zur Kirche. 

Der Projektantrag FLATTEREI war als Komplexvorhaben verbunden mit dem Projektantrag zur Sanierung des Kirchturms, welcher bereits u.a. ein allgemeines Klöppelkunstprojekt am Gerüst als Folgevorhaben enthielt. Der Antrag wurde von der Pfarrerin 2024 selbst eingereicht. Bei der Kirche sind Spenden eingegangen, die den Eigenanteil an der Taube übersteigen. Diese Mittel können der Sanierung des Kirchturms zugutekommen. Über die genaue Höhe der Spenden liegen uns keine Informationen vor.

Bildrechte FLATTEREI: VG Bild Kunst