FLATTEREI - von Anett Schuster
Brachte bei der Frage nach Klöppelspitze am Gerüst die Taube ins Spiel: Künstlerin Anett Schuster.
Anett Schuster ist gebürtig in Schlema, ehemaliges „Wismutkind“ wohnt und arbeitet heute in Chemnitz. Für ihre außergewöhnlichen Werke ist sie überregional bekannt und zudem seit Jahren eng verbunden mit der Wildbacher Künstlerin Annett Beier, welche für die Sanierung des Wildbacher Kirchturms Ende 2023 einen Mehrwert für die Gemeinde suchte und u.a. das Gerüst komplett in Spitze eingehüllt sah. Anett Schuster hingegen brachte die Idee der Friedenstaube ins Spiel, auf deren Basis sich dann in gemeinsamen Überlegungen auch das Begleitprogramm DIE SCHWÄRMEREI entwickelte, was dann von beiden Initiatorinnen betreut und fleißigen Händen und Herzen begleitet wird. Auch der Klöppelbrief zur kleinen Friedenstaube stammt von der Chemnitzer Künstlerin.
Das außergewöhnliche Kunstwerk der großen Klöppeltaube nahm mehrere Monate Zeit in Anspruch in Planung und Ausführung. Anett Schuster stellte es in aufwendiger Handarbeit in ihrem Chemnitzer Atelier im alten Kesselhaus her. Kilometerlanges Bindegarn aus der Landwirtschaft traf auf mehrere Meter Bauzaun. Die Einzelteile wurden Anfang August 2025 durch die Künstlerin mit Unterstützung von Annett Beier in luftiger Höhe vor Ort am Gerüst zusammengesetzt, ausgerichtet und die Taube zierte bis Oktober 2025 weithin sichtbar als Zeichen des Friedens und der Verbundenheit den Wildbacher Kirchturm.
Unser Dank gilt allen, die dieses Projekt begleitet, unterstützt und zu dem gemacht haben, was es war. Wir danken euch für euer Mitmachen, die Gespräche, die Momente, das Vertrauen und die Offenheit. Allen Täubcheneltern für jedes einzelne Täubchen, dem Heimatverein für die unermüdliche Arbeit beim Hängen, der Dorfgemeinschaft Wildbach, der GEDOK Mitteldeutschland e.V. für die Unterstützung, allen glänzenden Augen. Für die vielen stillen ebenso wie die intensiven Begegnungen. Das Projekt hat gezeigt, wie viel Resonanz entstehen kann, wenn Menschen sich auf einen gemeinsamen Gedanken einlassen. Es hat auch gezeigt, dass es keinen Frieden um jeden Preis geben kann, wenn bewusst Grenzen überschritten oder Machtverhältnisse reproduziert werden, sei es geschlechtsspezifisch oder institutionell geprägt. All die Erfahrungen, die wir teilen konnten, bleiben wertvoll und lebendig. Lasst uns diese Energie weitertragen. Seid auch dabei weiter ein Täubchen im Schwarm. Auch Kleines kann im Schwarm großartig werden.
Der Schwarm im Kirchenhimmel soll nun bis Mai 2026 hängen bleiben. Gemäß den Fördermittelvoraussetzungen ging das Eigentum der großen Taube an die Kirche über, die Nachnutzung obliegt dieser unter Beachtung die gesetzlichen Urheberrechte. Im Sinne des Projektgedankens und des Fördermittelantrages ist der kostenfreie Verleih ausdrücklich freigegeben als Nutzungsrecht.
Darüber hinausgehende Nutzungen, besonders die von der Kirche angestrebte Vermietung, zählt zu kommerziellen Nutzungen und bedarf ausdrücklich meiner Zustimmung und muss zudem von der Kirche mit den Fördermittelrichtlinien geklärt werden. Eine vorgelegte Vereinbarung war meinerseits bei Verleih gegen Gebühr nicht an eine finanzielle Beteiligung gebunden, sondern ausschließlich an eine Prüfung und Zustimmung in jedem Einzelfall, in dem die Kirche die Taube gegen Entgelt verleihen möchte und der Voraussetzung, dass die Gelder für die Kirche oder Projekte im Projektgedanken verwendet werden. Eine pauschale Freigabe für kommerzielle Nutzungen der Friedenstaube kann es nicht geben. Die Pfarrerin hat diese Vereinbarung nicht angenommen. Ob und wann die große Taube wieder öffentlich gezeigt wird, ist daher ungewiss. Mittlerweile entstand mit dem Pilgertäubchen eine kleinere und leichtere Taube unabhängig der Kirche, die auf Reisen gehen und Impulse setzen kann.
Die Idee des Schwarmes darf und soll von anderen aufgegriffen werden und gemeinsam weitergetragen werden. Schwärmt, flattert, macht eigene Täubchen und Projekte – gemeinsam, für alle. Es ist heute wichtiger denn je. Wir wissen bereits von einem Projekt in Thüringen, das dieses Jahr wohl umgesetzt werden soll. Habt ihr Fragen, wie man einen Schwarm technisch umsetzen kann, meldet euch gern. .
Der Klöppelbrief ist urheberrechtlich geschützt und bleibt weiterhin in der Umsetzung bis maximal DIN A4 frei zur nicht-kommerziellen Nutzung. Er darf geteilt, genutzt und weitergegeben werden, solange dies im Projektgedanken geschieht. Eine parteipolitische, parteiliche oder weltanschaulich instrumentalisierende Nutzung ist ausgeschlossen. Kommerzielle Nutzungen – auch auf Spendenbasis – bitte zukünftig vorab absprechen.
Die Herstellung der großen Taube konnte teilfinanziert werden durch LEADER Westerzgebirge und einen Eigenanteil der Kirche. Das Begleitprogramm SCHWÄRMEREI wurde vollständig ehrenamtlich durchgeführt. Alle Kosten darin wurden von uns selbst getragen.
Idee eines Kunstprojektes am Kirchturm als Mehrwert für eine Fördermöglichkeit zur Kirchturmsanierung: Annett Beier
Idee & Durchführung der Klöppeltaube und des Friedenstaubenthemas als Begleitprogramm: Anett Schuster.
Entwicklung & Durchführung Begleitprogramm Schwärmerei: Annett Beier & Anett Schuster.
Die Kirchgemeinde ermöglichte den Zugang zur Kirche.
Der Projektantrag FLATTEREI war als Komplexvorhaben verbunden mit dem Projektantrag zur Sanierung des Kirchturms, welcher bereits u.a. ein allgemeines Klöppelkunstprojekt am Gerüst als Folgevorhaben enthielt. Der Antrag wurde von der Pfarrerin 2024 selbst eingereicht. Bei der Kirche sind Spenden eingegangen, die den Eigenanteil an der Taube übersteigen. Diese Mittel können der Sanierung des Kirchturms zugutekommen. Über die genaue Höhe der Spenden liegen uns keine Informationen vor.
Bildrechte FLATTEREI: VG Bild Kunst
Vita Anett Schuster (Auszug)
– *1981 in Schlema (heute Aue-Bad Schlema)
Dipl.-Immobilienw. (FH)
– regelmäßige Ausstellungsbeteiligungen seit 2010
– 2015 1. Atelier in Chemnitz
– seit 2019 Atelier im alten Kesselhaus
– seit 2023 Mitglied GEDOK Mitteldeutschland e.V.
– seit 2024 Vorstandsmitglied GEDOK Mitteldeutschland e.V.
u.a. Begehungen 2018 (Chemnitz), IX. Internationales Kunstsymposium Leipzig (2024), rendezvous textil Esche-Museum Limbach-Oberfrohna (2023), Weltrekord geklöppeltes Steigerlied Ehrenfriedersdorf (2025) uvm.
mehr zu Annett Beier und Anett Schuster auch unter: Wer wir sind
Die große Taube ist teilfinanziert über LEADER Westerzgebirge


















